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Iron Heel – Black Shovel EP

3. August 2011

Iron Heel EP
An Demo-CDs mangelt es mir ja nicht gerade, aber es ist nicht immer leicht, sich schlussendlich für eine CD zu entscheiden, die als nächstes rezensiert wird. Mein Kredo war und wird auch immer bleiben: „Was mir nicht gefällt, wird nicht veröffentlicht. Ich habe es nicht nötig, Musiker und ihre Werke zu verreissen“.
Manchmal schaffe ich es aber auch aus Zeitgründen nicht, mich einer CD wirklich zu widmen – dann möchte ich um Verzeihung bitten, für die vielen netten Zusendungen, die verspätet oder gar nicht „besprochen“ werden.

Aber genug zur „Blattlinie“ von Plattentellerrand und hin zum eigentlichen Objekt des Beitrags: Die Black Shovel EP von Iron Heel aus Wien. Schon im mitgeschickten Informationsfolder wird beschrieben, dass es sich bei den vorliegenden Songs um Musik aus dem Low-Frequency Bereich handelt. Allein dieses Kriterium macht die EP schon interessant: Gibt es Akkorde mit einem Sustain, die minutenlang im Raum stehen bleiben? Wie werden die Vocals sein, denn auf dem Pressefoto ist definitiv jemand mit einem Mikro zu erkennen.
Also drücken wir „Play“. Der „Gravedigger Strike Song“ beginnt mit einem mächtigen und repetitiven Basslauf, der nach einigen Takten von Gitarren und Schlagzeug ergänzt wird. Die Stimme des Sängers wechselt von einem krächzenden Kreischen im nächsten Moment zu einer Singstimme, die sich verblüffend gut in das Gesamtgefüge integriert.

Bei „Witches At War“ kann man die Einflüsse dieser Band einfach nicht mehr von der Hand weisen. Das Intro-Riff klingt, als ob es Tony Iommi selbst aus seiner SG jagen würde – der Song zeugt einfach von einer guten musikalischen Kinderstube.
„Spartacus Renfield“ – auf diesen Namen wurde die dritte Nummer dieser EP getauft. Keine Ahnung, was der Song mit einem Gladiator oder Draculas Handlanger zu tun hat, aber ich kann garantieren: Beiden würde der Chorus der Nummer sofort ins Blut übergehen.

Diese EP (sie ist für kleines Geld bei den Jungs erhältlich) kann man jedem empfehlen, der auch nur einen Hauch für Genres wie Stonerrock, Doom und Sludge übrig hat.
Als abschließendes Detail möchte ich auf das sehr dezente aber dennoch großartige Coverartwork hinweisen. So was hätte man gerne als 12″ zu Hause.
Und vielleicht darf ich als alter Gearfreak demnächst sogar einen Blick auf das Equipment der jungen Herren werfen.

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Dikta-Get It Together

12. Juni 2011

dikta

Smarten Up/Rough Trade

Endlich wieder mal Musik aus Island, abseits von Björk und Sigur Ros: Dikta legen gleich rasant los und setzen mit Track 2 „Thank You“ ein programmatisches Signal für das ganze Album, denn die Band macht eine raffinierte Mischung aus sophisticated Rock mit punkigen Gitarren und Pop-Balladen. So etwas hat man vielleicht von Bands wie Belasco oder der Hamburger Schule auch schon gehört ― mit schöner Schwere werden die E-Gitarren hier ausgereizt und verlangen einem wenn schon nicht Handbangen so doch zustimmendes Kopfnicken ab. Und wenn die Gitarren ausfaden, liefern Dikta auch den passenden Soundtrack zum Sich-Entspannen in heißen isländischen Quellen ab, Streicher inklusive ― eine insgesamt sehr überzeugende Bandbreite.
jpl

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My Name Is Music – We Are Terrorists

3. März 2011

Photobucket

Label: Pate Records
Erschienen: 11.03.11
Genre: Pop-Rock

Neulich erhielt ich ein Päckchen mit Promo CDs für den Plattentellerrand. Sofort ins Auge gesprungen ist mir das Album „We Are Terrorists“ von „My Name Is Music“. Ich muss gestehen, dass ich bis dato noch nichts von der Gruppe gehört habe, doch hat mich bereits das Cover fasziniert. Ein Wah Pedal, ein Deep Blue Delay, ein Mycro Synth von Electro Harmonix und der Gearhead in mir war sofort angefixt. Also nichts wie rein mit der Scheibe und die Anlage auf Anschlag.

Während ich das Cover durchblättere ertönen die ersten Takte vom Opener „Straight And Simple“. Dieser Titel trifft den Nagel auf den Kopf. Das Duo spielt simplen Pop Rock. Klare Strukturen, die instrumental nach und nach ausgebaut werden. Dabei werden keine großartigen Experimente gemacht. Jeder Song basiert auf einem soliden Fundament. Das Schlagzeug wird zum puren Taktgeber und erinnert teilweise an die infantile Spielweise einer Meg White doch zieht das gesamte Album genau aus dieser Simplizität gleichsam ihre Genialität. Spätestens die zweite Nummer stimuliert Malleus, Incus und Stapes des Hörers auf einzigartige Weise, dass spätestens im fünften Song jeder in den Chorus „Rock’N'Roll Is Mono. Stereo Is A No Go. Rock’N'Roll is MONO“. Besonders die Interpretation des The Cure Klassikers „Killing An Arab“ hat es mir angetan: ein strammer Bass, eine mit Synth versehene Gitarre im Intro und Outro. Mit „We Are Terrorists“ legt das Duo eine sehr ruhige Nummer an den Tag, die im krassen Kontrast zu den Lyrics steht, welche die wunderschöne Stimme von Phoebe Hall richtig zur Geltung kommen lässt.
Schön zu sehen/hören, dass es in Österreich noch Freigeister gibt, die sich über keine Konventionen Gedanken macht sondern einfach in die Saiten und zum Mikro greift um ihren Visionen Ausdruck zu verleihen. Live sicher eine interessante Vorstellung.

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Rodschi’s Top 10 Musikjahr 2010

5. Januar 2011

Comeback Kid – Symtoms + Cures (2010)

„G.M. Vincent & I“: Himmel, was für eine Singalong-Hymne. Eindeutig mein Hardcore Song des Herbst 2010. Oldschool und es gefällt immer noch. Ich mag die Stimme des neuen Vocalisten Andrew Neufeld. Sie ist kreischend, aggressiv und meiner Meinung nach überhaupt nicht zu vergleichen mit der von Scott Wade. Nicht schlechter, einfach anders. CBK schaffen es für mich Album für Album konstant das musikalische Level zu halten wenn nicht sogar immer besser zu werden. Die Produktion der Platten wird feiner und ausgereifter. Und: Schön, dass sie im Frühjahr wieder in Wien eine Show spielen werden. Freu mich schon!

Fazit: Hardcore ist erfreulicherweise nicht umzubringen und es gibt immer wieder positive Lebenszeichen.

 

Deftones – Diamond Eyes (2010)

„Das klingt ja wie in den 90ern. Kauft das heutzutage noch irgendjemand?“ hat meine beste Freundin gesagt, als ich ihr das aktuelle Album von Deftones vorgespielt habe. Anscheinend ja, und dieses Stück Musik reiht sich bei mir dieses Jahr sehr weit vorne in der Playlist ein. Nachdem ich Deftones ein paar Jahre aus den Augen verloren habe haben sie sich mit den Stücken „Sextape“ und „Beauty School“ zurück in mein Herz gespielt. Gino Moreno raunzt wie eh und je, die schweren Gitarren klingen endlich wieder wie auf „White Pony“ und passen ausgezeichnet zu einer Flasche Rotwein.

Fazit: Schön, dass es euch wieder gibt!

 

Selig – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (2010)

Das ist eine Platte, die ich von vorne bis hinten durchhören kann. Besser als das Comeback-Album „Und endlich unendlich“ vorigen Jahres, wenig Neues, aber solide Qualität was die Songtexte angeht. Auf youtube findet man übrigends gute Mitschnitte vom Konzert im WUK vom vergangenen November, wo ein ausgenüchterter Jan Plewk ohne Haare grinsend auf der Bühne steht und sich freut, dass er sich freuen kann.

Fazit: Mein Mitsing-Album 2010

 

Evergreen Terrace – Almost home (2009)

Was gibt es hier noch viel zu berichten? Jeder, der mit mir in den letzten Monaten über Musik gesprochen hat, hat mitbekommen, dass die Musikanten rund um Andrew Carey und Craig Chaney bei mir die Spitze des Musikolymps erklommen haben und unangefochten über alles andere herrschen. Trotzdem war „Almost home“ war für mich ein Album auf den 2. Blick. Eine der CDs, die beim ersten Durchhören gefällt, wo aber die Höhepunkte fehlen. Das änderte sich schlagartig, als ich merkte, dass sich einige Melodien festsetzten. Kennt ihr das, wenn ihr in der Straßenbahn sitzt, auf einmal fällt euch diese Melodie ein, die euch nicht mehr aus dem Kopf geht? Bei mir waren diese Melodien 2010 eindeutig von „Almost home“. Mittlerweile kann ich mir ein Leben ohne „Loosing blood“ gar nicht mehr vorstellen.

Fazit: Ich baue für die Jungs irgendwann einen Altar in meinem Schlafzimmer.

 

Fettes Brot – Fettes (2010)

„Fettes“ ist nur eines von zwei aktuellen Live-Alben der Hamburger Sprotten-Esser, doch auf dieser Platte findet sich der neue Song „Amsterdam“ wieder, genauso wie die Cover-Version von Rio Reiser’s „Ich bin müde“ oder „An Tagen wie diesen“ (Ach, unser Falco…). Ich stehe den jazzigen Auftritten von HipHop Bands nicht unkritisch gegenüber, weil meiner Meinung nach viel vom Druck der Synth-Drums verlorgen geht. Doch hier gefällt es und kommt auch live gut an, wie das Wiener Publikum inklusive mir im Dezember im Gasometer feststellen durfte.

Fazit: Super Greatest-Hits Platte

 

AFI – Crash Love (2009)

„Nach Decemberunderground läßt sich Davey Havok endlich einen Bart wachsen um etwas männlicher zu sein, schlüpft in ein 60s Outfit und produziert mit seinen drei Jungs Herzschmerz für 15jährige dicke Emo-Mädchen. Interessiert das jemand?“  Das war mein Eindruck beim ersten Durchhören der Platte. Ich hab sie weggelegt. Drei Monate später wieder aufgegriffen. Nach dem 10ten Mal anhören bin ich umgestimmt, es gefällt. Die Songs, die am Anfang sehr ähnlich scheinen bekommen Charakter, werden rockig, melodiös und sind ernst zu nehmen. Mittlerweile hat „Crash love“ in meiner Sympathieskala noch nicht ganz „Sing the sorrow“ überholen können, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass es das irgendwann tut.

Fazit: Wird einfach nicht langweilig

 

As I lay dying – The powerless rise (2010)

Was ist das, was AILD so herausstechen läßt? Die Stimme ist gut, aber ähnlich zu anderen Metal-Core Bands. Die melodiösen Gitarren findet man bei anderen Combos auch. Double-Bassdrum haben sie bestimmt nicht erfunden. Und doch hat „The powerless rise“ wieder das gewisse Etwas das es braucht um sich nicht in die Reihe von identischem Gebrülle einzureihen sondern besonders zu gefallen.

Fazit: Nochmal spielen und dieses Mal noch lauter bitte!

 

Foo Fighters – Greatest Hits (2009)

Die schlechte Nirvana-Nachfolger-Band von Dave Growl überzeugt nicht durch besondere Kreativität sondern durch Beständigkeit. So ist das Sammelsurium ihrer Singles durchaus ein Werk, dem besondere Aufmerksamkeit gebührt. Easy Listening zwischendurch wenn man dem Geschrei überdrüssig ist.

Fazit: Wunderschöne Autofahrmusik

 

Oasis - Time flies… 1994-2009 (2010)

Diese Platte fällt in meine Kategorie: „Verdammt, jetzt habe ich es geschafft ein Weibchen in meine Wohnung zu locken, was leg ich jetzt auf?“ Die Ärzte decken in „Schrei nach Liebe“ ja auch auf, dass auch jeder Schläger Kuschelsongs im Regal für solche Situationen stehen hat. Also ist es legitim dazu zu stehen, den weinerlichen Gesängen der sich liebenden Brüder Britanniens musikalisches Können zuzugestehen. Ob sie dafür den Titel „Beste Band der Welt“ verdienen ist Ansichtssache.

Fazit: Es fehlt Champagne Supernova, aber sonst alles was man braucht.

 

Parkway drive – Deep blue (2010)

Durchschnittlicher Anfang, trotzdem gefällt die gute Produktion. Schnell, gut gebrüllt doch manchmal fehlt andererseits Irgend etwas. Eine Freundin von mir sagte, „Man wartet, dass jetzt im Song etwas passiert, aber das tut es nicht.“ Warum schafft es dieses Album trotzdem in meine Top 10? Weil ich nicht von der Platte lassen kann. Es mag nichts Besonders an den 13 Tracks sein. Nichts desto trotz erinnert mich Winston McCall bei manchen Stellen an Freddie Madball, dann wieder an Tim Lambesis (As I lay dying) und vom Aussehen sind die Australier in der Hauptschule stehengeblieben (was sie zusätzlich sympathisch macht). Außerdem bringt das wiederholte Lauschen mit jedem Mal etwas Neues. Ein heavy Riff hier, ein gekonnter Rhythmuswechsel da. Sleepwalker begeistert mit dem Ohrwurm-Gitarrenriff, Deadweight bringt den Mosh-Beat, der nicht fehlen darf und mit Alone ist eine Rock Ballade gekonnt mit auf der Playlist. Ausserdem tut es gut eine Band zu entdecken, die begeistern kann, gerade dann wenn man von sich selbst behauptet, im Heavy-Bereich schon viel gesehen und gehört zu haben.

Fazit: Die könnten’s weit bringen…

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2010 in review

2. Januar 2011

The stats helper monkeys at WordPress.com mulled over how this blog did in 2010, and here’s a high level summary of its overall blog health:

Healthy blog!

The Blog-Health-o-Meter™ reads This blog is doing awesome!.

Crunchy numbers

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A Boeing 747-400 passenger jet can hold 416 passengers. This blog was viewed about 1,900 times in 2010. That’s about 5 full 747s.

In 2010, there were 25 new posts, growing the total archive of this blog to 43 posts. There were 10 pictures uploaded, taking up a total of 2mb. That’s about a picture per month.

The busiest day of the year was March 15th with 43 views. The most popular post that day was Laura And The Comrats – Creating Memories.

Where did they come from?

The top referring sites in 2010 were facebook.com, blogs.myspace.com, de.wordpress.com, search.conduit.com, and google.at.

Some visitors came searching, mostly for bauchklang signs, ohrbooten, jezyki, ohrbooten logo, and the liberation service.

Attractions in 2010

These are the posts and pages that got the most views in 2010.

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Laura And The Comrats – Creating Memories March 2010
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Bauchklang – Signs March 2010
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Getcha Pull! – A tribute to Dimebag Darell January 2010
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4

Martin Klein – Songs for my Piano March 2010
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5

Rammstein – Liebe ist für Alle da November 2009
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Motörhead – The World Is Yours

18. Dezember 2010

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Label: Motörhead Music/EMI
Erschienen: Dezember 2010
Genre: Hard Rock

Mit „The World Is Yours“ präsentieren Motörhead ihr mittlerweile 21. Album. Als stolzer Besitzer sämtlicher dieser Werke und großer Motörhead-Anhänger, weiß ich nicht genau, was ich zur vorliegenden CD sagen soll. Es steht fest: Motörhead machen keine schlechten Alben. Es ist nur fraglich, wie sich „The World Is Yours“ zwischen Meilensteinen wie „Bastards“, „1916″, „On Parole“ und „Ace Of Spades“ einreihen kann.

Zur Produktion an sich musste ich leider feststellen, dass Lemmy sich auf diesem Album sowohl stimmlich als auch am Bass nicht gerade in Höchstform präsentiert. Die Stimme wirkt schwächlicher, weniger rauchig und ab und an klingt Lemmys Gesang von einer Zahnprothese gestört (was mit ziemlicher Sicherheit auch der Fall ist).

Die Songs auf der Platte werden von Nummer zu Nummer eingängiger und finden meiner Ansicht nach ihren Höhepunkt im Song „Brotherhood Of Man“ – ein sehr düsteres Lied, in dem Lemmy die übliche Tonart weiter nach unten schraubt.

Fraglich ist nur: Wird es einer der Songs auch ins Live-Set von Motörhead schaffen bzw. welche Nummer wird dafür gestrichen. Schließlich hat sich Motörhead in den letzten Jahrzehnten eine umfangreiche Setlist aufgebaut, wo kaum ein Song entbehrlich ist. Auf einen Opener wie „Dr. Rock“ und Gassenhauer wie „No Class“ wird sicher kein Speedfreak verzichten wollen.

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Persistence Tour 5.12.2010 Wien, Gasometer

6. Dezember 2010

Krampus war’s und ich überleg noch immer, ob ich von meiner fast einstündigen Nachtbus-Odyssee oder meinem sehr verwirrenden zwischenmenschlichen südamerikanischen Eindrücken erzählen soll. Naja, beides zu persönlich, ich berichte mal vom Konzert.

Es wäre wirklich die Gelegenheit einmal über alle Bands zu schreiben, die an dem Abend zu sehen waren (ich war pünktlich!), aber sorry, Cruel Hand und Unearth (DER Metalcore-Fahrstuhlmusikschlager) haben mich nicht interessiert. D.R.I. ebensowenig, und ein halbes Lied reicht hier nicht aus um die Band zu bewerten.

Vera Cruz haben einen guten Opener gegeben, sich bemüht, aber die 25 Leute im Publikum zu bewegen, die schon um 18:15 anwesend waren, war ein unmögliches Unterfangen. Das haben auch nicht wirklich Casey Jones geschafft, obwohl da schon mehr Leute eintrudelten.  So richtig voll wurde es übrigends nie, was zwar nicht störe, aber bei Sick of it all etwas schade war.

Evergreen Terrace waren so wie ich es erhofft habe, aber Andrew Carey hat es sichtlich nicht gepasst, das die Menge sich sehr wenig bewegte. Irgendetwas war an diesem Abend auch komisch, so eine richtig fetter Tourabend war es meiner Meinung nach für sie nicht. Schön eine Mischung aus ihren brachialen Stücken und Singalongs gebracht, aber es fehlte mir persönlich “Loosing blood“ und „Smell of summer“. Die beiden gehen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, aber dazu ein andermal. So blieb der Gig von meiner persönlich wichtigsten Band 2010 leider durchschnittlich.

Bei Blood for blood hatte ich das Gefühlt, dass die Leute am engsten standen. Das macht sicherlich einerseits, weil es sich um ein Sideprojekt verschiedenster Hardcoregrößen handelt und deshalb das letzte Mal von 6 Jahren auf Tour waren. Andererseits ist ihr Hardcore-Punk einfach tanzbar, was es einen Genuß machte zuzuhören. Nach post-Konzert-Recherche hab ich Recht behalten und Billy Graziadei von Biohazard war an der Gitarre zu sehen. Hat dem Ganzen gutgetan, seine Stimme war eine Bereicherung des Ensembles.

Was soll man zu Sick of it all sagen? Wer sie mag geht auf all ihre Konzerte. Ich gehöre dazu. Ich kann mir vorstellen mit den Jungs auf ein Bier zu gehen und bei ihnen im Proberaum rumzuhängen. So ein Feeling vermittelten sie wieder auf der Bühne. Mix aus absoluten Old School Scheiben mit eingestreuten Stücken der neuen Platte. Sanctuary, America, Build to last waren Hand in Hand mit Death or Jail und A month of Sundays zu hören. So gehört sich das. Bis zum nächsten Mal! Ich muss sie nächstes Jahr zu ihrem 25 Jährigen Jubiläum einfach in NY sehen…

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Devil Driver 30.11.2010 Wien, Arena

2. Dezember 2010

Thrash Metal stand da, als ich mir ein paar Videos von Devil Driver gerade auf youtube angesehen hab. Hmmm… Sind die echt Trash Metal? Das Problem ist ja, dass die Grenzen zwischen den Genres praktisch mit jeder neu aufkommenden Band mehr verschwimmen. Außerdem wird jedes Genre auf jeder Party wo ich mit jemandem über Musik diskutiere regelmäßig neu definiert. Kennt ihr auch diese Wortwechsel, wo man sich ganz schnell einen anderen Gesprächspartner sucht, sobald man auf die Frage, „Echt, Du magst auch Hardcore? Und was für Bands?“, „Linkin Park“ als Antwort bekommt. Naja…

Egal. Zum Konzert: Arena. Schön. Aber dieses Mal ziemlich kalt. Zwischen den Bands wurde wie in letzter Zeit die Tür in der großen Halle aufgerissen, damit die Kids nicht drinnen rauchen, sondern sich lieber die Nichtraucher verkühlen. Das war das erste Konzert wo ich war, wo ich mir nach 5 Minuten die Jacke wieder aus der Garderobe holte. Ich hatte fälschlicherweise erwartet, dass mich die Massen wärmen, aber die blieben an diesem Dienstag aus. Schade eigentlich, weil die derzeitige Band von ex-Coal Chamber Screamer Dez Fafara sehr brauchbaren (Trash?) Metal produziert.

Erste aktiv gehörte Band waren Breed 77 aus den Gibraltar, die mit einer erfrischenden Mischung aus  System of a down, Ill Nino und den mir sehr am Herz liegenden Spineshank loslegten. Da gab es melodiösen Gesang, akustische Gitrarrenriffs und auch die benötigte Härte. Wenn ich Geld hätte, würde ich beitragen, die Band  bekannt zu machen. Erste Investition: Neue Haarschnitte für die beiden Gitarristen.

36 Crazyfists aus Alaska. So kalt wie es in ihrer Heimat ist wurden sie von den Wiener Fans gar nicht begrüßt. Trotzdem schafften sie es nicht auf Touren zu kommen. Der Gig war nicht Fisch und nicht Fleisch. Sound ok, harte Riffs ja, melodiöse Refrains passten, aber irgendetwas fehlte. Oder etwas war zu viel. Zum Beispiel die Wall of Death, die der Sänger mit einem „When I count to three, you run“ ankündigte, das Publikum auf „Three“ wartete, aber nie kam. Als das Lied einsetzte liefen dann drei oder vier T-Shirt-lose verwirrte Teenager los…. und waren alleine inmitten der freien Fläche. Die Peinlichste Wall of Death, die ich je gesehen hab. Also wurde nach dem Song schnell das nächste Lied angestimmt, und keiner redete mehr drüber…

Von Devildriver höre ich mir das nächste Mal lieber eine CD an. Echt. Da kann ich sicher sein, dass die Stimme hält, Dez Fafara setzte schon während dem ersten Song mit dem Schreien aus (um für den restlichen Gig durchzuhalten?). Songauswahl ok, begonnen mit I could care less, bald Clouds over California, mein Highlight Nothing’s wrong aber kein, und ich wiederhole kein Teach me to whisper. Sehr enttäuschend.

Was ich auch zum ersten Mal erlebt habe waren Rückkopplungen vom Mikrophon inmitten von Songs. Was es jetzt schon auch wie im Gasometer gibt sind Securities, die durch die Menge gehen und die Leute die rauchen auffordern die Zigarette auszumachen. Mich stört’s nicht. Während dem Konzert muss ich nicht rauchen. Da schrei ich mir wenn’s passt lieber die Luge aus dem Leib.

Übrigens: Wer wusste, dass Dez Fafara ein Kinder TV Star war? Niemand? Ich auch nicht…

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Selig 26.11.2010 Wien, WUK

25. November 2010

Das kann ja nicht sein. Beschämend ist das. Und das passiert mir! Ich freue mich seit bald einem Jahr, dass ich Selig endlich live seh, und komm nach dem Konzert drauf, dass der Grund, warum ich so wenig Lieder gekannt habe, dass sie 2010 schon wieder ein neues Album veröffentlicht haben. Tja. Aber Selbsterkenntnis ist der erste Weg…

Zum Konzert: Gut gefülltes WUK, so voll, dass man definitiv nicht alleine war, aber nicht gedrängt gestanden ist. Also viele Leute aber nicht unbedingt unangenehm. Von der Songauswahl hätte es nach meinem Geschmack etwas rockiger sein können, da sie sehr viele langsame Lieder brachten und leider war von meinen beiden Lieblingsalben „Blender“ und „Und Endlich Unendlich“ ziemlich wenig zu hören. „Schau Schau“ war da, eine der Zugabe „Wir werden uns wiedersehen“ und mein persönliches Highlight „Sie zieht aus“. Natürlich war die Setlist gespickt mit Hits von ihrem Debutwerk „Selig“ mit dem Klassiker „Sie hat geschrien“ und „Wenn ich wollte“.

Deutlich positiv hervorheben möchte ich was für eine gute Stimmung auf der Bühne war. Ich meine wirklich auf der Bühne, weil man gemerkt, gesehen und gehört hat, was für einen Spaß die einzelnen Musiker hatten. Immerhin 2 mal zur Zugabe herausgekommen. Den Abschluss hat „Ohne Dich“ gebildet, wo die Menge nicht zum ersten Mal lauthals den Text singen durfte. Gelungen waren definitiv auch die Visuals, die zu jedem Song abgestimmt im Hintergrund auftauchten. Das Stroboskop, die Photos, Videos und der Rauch rundeten den guten Sound ab, der ein tolles Erlebnis aus dem ca. 2 stündigen Konzert machten.

Danke. Kommt wieder!

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Mist, das geht mir nicht mehr aus dem Kopf #1

19. November 2010

Tja, jetzt gibts von mir eine neue Serie, die sich nennt, „Mist, das geht mir nicht aus dem Kopf“. Die Idee ist mir erstmals heute gekommen, als ich in der Ubahn nach Hause gefahren bin und diesen einen Song diese Woche zum zigsten Mal gehört hab. Da hab ich mir einfach gedacht, ich lass das Internet daran teilhaben. So macht man das ja heutzutage, wenn man wie ich am Freitag Abend zuhause rumsitzt.

Heute: „Idols and Anchors“ von Parkway drive

Mit einer Stimme, die von Killswich engage kommen sollte, mit Gitarrenmelodien, die es As I lay dying nicht besser machen könnten, drumms, die Machinehead neidig werden lassen und Ohrwurmeffekt, von dem selbst meine Heros Evergreen Terrace etwas lernen können. Das ist dieser Song für mich. Wie ich dazu gekommen bin, sagt auch schon einiges: Live am Konzert im Gasometer gehört, auf youtube gesucht, gefunden und seitdem sind wir unzertrennlich.

Beginnende Melodie, die von einem seichten Linkin Park Song kommen könnte, gerettet durch ein bischen Geschrei. Oh ja, der kann schreien. Erinnert mich an Tim Lambesis, Respekt, Respekt. Und dann wird’s schnell. Ich liebe das… Melodiös und schnell. Und Geschrei. Es paßt einfach alles…

Mündet in einem Refrain, der mitreißt. Wo man sich einfach bewegen muß. Mitwippen, mitklopfen, mitbangen. Hauptsache eine Verb mit „mit-“. Und dann: Da ist er wieder der Linkin Park Effekt vom Anfang. Aber diesmal härter. Nächstes melodiöses Teil. Iron Maiden freuen sich, dass sie wieder mal für eine erfolgreiche Metalband Wegbereiter waren.

Zum Schluß wird es melancholisch. Noch ein bischen Gitarrensolo hier, ein wenig Melodie da, der Drummer tobt sich aus und das ganze endet in ein „November Rain“ ähnliches Outro.

Schön gemacht Jungs. Ich mag euch! Vor allem, weil ihr so gut wie As I lay dying seid, nur nicht solche Poser. Ich hab was übrig für Jungs, die aussehen, als ob sie in die Unterstufe des Oberschützer Gymnasiums im Südburgenland gehen und dann Death Metal an den Tag legen. Ihr seid nämlich genauso wie ich.

 

Ach ja: Weil es mein erster blog dieser Serie ist: Nein, ich poste keine Videos hier. Wen’s interessiert, der sucht sich den song auf youtube raus. Immerhin sollt ihr hier lesen und nicht fernsehen.

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