Archiv für Oktober 2009

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Misfits – Land Of The Dead (Single)

30. Oktober 2009

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Released: 2009
Label: Misfits Records
Genre: Horrorpunk
Misfits on MySpace

Rechtzeitig zu Halloween melden sich die Horrorpunk-Legenden “Misfits” mit einer neuen zwei Track Single. Ganz dem Merch-Wahnsinn, dem Jerry Only anscheinend verfallen ist, gibt es die Single in kunterbunten Vinyl-Varianten und als digitalen Download (Anm.: mein erster überhaupt). So, jetzt beisse ich mir aber auf die Zunge, schlucke meine Gedanken über die Neofits runter und berichte über das vorliegende Werk. Was gibt es an zwei Nummern schon groß zu kritisieren?
Der Track “Land of the Dead” geht verdammt schnell ins Ohr, fährt ein angenehmes Tempo und Mister Caiafa hat anscheinend Gesangsstunden genommen, klingt sein Organ doch deutlich entwickelter als auf “Project 1950s”.
Die B-Seite “Twilight of the Dead” haut mich jetzt nicht sonderlich vom Hocker. Bereits der Titel wirkt einfallslos. Also perfekt für eine B-Seite.
Jedenfalls legen die “Misfits” (ich habe echt meine Probleme, meinen Würgereiz zu unterdrücken, wenn man bedenkt, was aus dieser einst wegweisenden Band geworden ist) ihr erstes eigenes Material vor, seit Dr. Chud, Mihale Graves und Doyle die Band verlassen haben und auf einen Longplayer wird man wohl nicht mehr lange warten müssen. Somit ist eine dritte Era der Horrorpunker angebrochen: Nach den hardcore-punkigen Nummern unter Fronter Danzig, den fast schon metaldominierten Gitarrenriffs in der Graves-Zeit, kommt nun ein halbgarer Mix aus Punk Rock mit Horrortexten und einer Menge Merch mit dem Crimson Ghost auf die Konsumenten zu.
Kurzum: eine entbehrliche Investition – außer für Freunde von buntem Vinyl.

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Wolfmother – Cosmic Egg

27. Oktober 2009

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Released: 2009
Label: Modular
Genre: Rock, Psychedelic, eventuell ein wenig Stoner Rock
Wolfmother on MySpace

Das Ei des Kolumbus. Endlich ist er da: der neue Longplayer von Wolfmother. Mit ihrem Debutalbum 2005, haben die drei Australier um Frontmann Andrew Stockdale bewiesen, dass es neben AC/DC, Airbourne und Co. eine neue Rockgranate vom Känguruh-Kontinent gibt. Es war erschütternd, als Bassist/Keyboarder Chris Ross und Schlagzeuger Myles Heskett im Sommer 2008 ihren Austritt aus der Band bekanntgaben. Sehr verwunderlich – hatte meines Wissens nach Andrew Stockdale doch erst einen Endorsement-Vertrag an Land gezogen.
Um so erfreulicher die Nachricht, dass Stockdale mit anderen Mitmusiker Wolfmother weiter am Leben erhalten wollte. Die Spekulationen rissen nicht ab: wann wird es ein neues Album geben? Werden sie damit an den Erfolg des Erstlingswerks anknüpfen können?
Am 26. Oktober war es dann soweit – das neue Album “Cosmic Egg” ist auf den Markt gekommen.
Ich stapfe also in meinen Plattenladen des Vertrauens (An dieser Stelle liebe Grüße an Tina vom Music BAP Oberwart) und es schallt mir Rock vom Feinsten entgegen. Sie waren es: WOLFMOTHER. So muss Rock and Roll klingen. Das ganze Album bietet eine sehr hohe Qualität, hat ordentlich Groove, geht sofort ins Ohr ohne schnell schal zu wirken. Was ich allerdings wirklich vermisse, ist der Rickenbacker-Knurr und die verrückten effektverspielten Orgelsounds von Chris Ross. Dennoch: Wolfmother klingen so, wie Rock schon in den 70ern geklungen hat, gespickt mit moderat modernen Einflüssen und hat das Potential mein Rock Album des Jahres zu werden.

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Ramble Amber – Demo

24. Oktober 2009

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Released: 2009
Label: Worldnut Records
Genre: High Energy 60s Rock ‘n’ Blues Psychedelic with Explosive 70s Punk ‘n’ Roll!!!
Ramble Amber on MySpace

Wenn jemand Rockgeschichte geschrieben hat, dann……..dann haben diese Jungs sie nicht nur gelesen sondern verinnerlicht. So muss eine Demo CD sein: zeigen, welche Bandbreite die Band draufhat. Das haben Ramble Amber auf jeden Fall geschafft. Bis auf den Drummer war mir das gesamte Line-Up schon von alten Tagen bekannt und ich erwartete mir also eine stimmige Band, die von Anfang bis zum Grande Finale der CD auf Vollgas fährt. Angenehme Überraschung setzte allerdings ein: die Gruppe tritt nicht nur wie eine Einheit auf sondern schafft es auch, die Lieder so zu verpacken, dass man das Können jedes Musikers heraushören kann. Dies zeigt sich unter Anderem beim Song “She Sent Me The Blues “, der eigentlich wie eine fünfminütige Jamsession wirkt. Was mir besonders gefällt: bei dieser Demo CD sind nicht alle Regler auf 11 gestellt. Ganz im Gegenteil, die Klangfarbe passt sich dem Genre des jeweiligen Songs an. Ein weiterer Anspieltipp ist “Sick City Blues”. Bei dieser Nummer umschmeichelt die röhrige Stimme von Sänger Tommy die Gitarrenlicks wie ein guter Singlemalt den Gaumen.

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Ohrbooten – Gyp Hop

22. Oktober 2009

Ohrbooten

Released: 2009
Label: JKP (Warner)
Genre: Gyp Hop
Ohrbooten auf MySpace

“Das ist doch nur Gyp Hop” ist das erste, was man auf der neuen Scheibe der Berliner Ohrbooten zu hören bekommt. Und damit ist eigentlich alles gesagt. Denn genau das ist es, was die folgenden zwölf Tracks am besten beschreibt. Auf “Gyp Hop” hört man nicht einfach Pop, nicht nur Reggae, nicht ausschließlich Rap, nicht unbedingt Hip Hop; man hört viel eher all das, was die Jungs aus vielen Erfahrungen und Reisen wie z.B. nach Marrakesch mitgenommen und neu gemischt haben. Vor allem “Gyp Hop” und “Mit dem Kopf durch die Wand” haben sich innerhalb kürzester Zeit zu Live-Hits entwickelt.

Gipsy-Music vom Feinsten, gepaart mit deutschen Texten und einer gehörigen Portion Rock/Ragga/Rap-Mixtur.

Noch bemerkenswerter als die CD ist allerdings unumstritten die Live-Performance der Booten. Für eine optimale Show sitzt Schlagzeuger Onkel natürlich vorne beim Rest der Band. Wer würde sonst sein modifiziertes DrumSet sehen? Der kreative Schlagzeuger von heute braucht keinen Sessel – er hat ja ein Cajon. Neben sechs Becken, Bongos und weiblicher Unterwäsche am Set bleibt nicht mehr viel Platz für die Bass Drum, weswegen sie auch ungewöhnlich weit rechts steht.  Diese Ausstattung macht den Schlagzeug-Sound allerdings unglaublich wandelbar und ist durchaus angemessen, wenn man sich den weiteren Wahnsinn auf der Bühne ansieht. Keyboarder Noodt spielt in einem Moment Keyboard und Melodica gleichzeitig, im nächsten hüpft er mit zwei umgehängten Keyboards über die Bühne. Gitarrist Matze wechselt unauffällig und schnell zwischen Gitarre und Banjo, womit innerhalb weniger Sekunden ein 180°-Stilwechsel kreiert wird. Gemeinsam mit Sänger Ben unterhält er noch dazu das Publikum mit der dezenten, aber stimmigen, selbst ausgedachten Choreographie. Wenn dann auch noch Matze seine überraschend bassige Stimme á la Deichkind ausfährt, gibt jeder noch so verklemmte Zuhörer auf. Rechts und links steht ohnehin niemand mehr still, also kann man getrost anfangen zu tanzen.

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The Slapbacks – Buckle Up

18. Oktober 2009

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Released: 2009
Label: DeeLay Records
Genre: Rockabilly
Slapbacks on MySpace

Purer Wahnsinn. Dieses Album klingt, als ob man es aus Opas Plattensammlung gezogen und digitalisiert hätte. Von Hi-Fi kann hier keine Rede sein. Jetzt kommt das große ABER: Genau dieser Umstand macht den Reiz von “Buckle Up” aus. Authentischer Rockabilly aus Wien, mit einem großartigen Vintage-Sound. Das Gesangsmikro übersteuert beim intensiveren Einsatz der Stimme und erinnert sofort an die goldenen Zeiten von Sun Records. Diese drei Herren stammen aber aus Österreich. Wer der Annahme ist, dass es sich hier um das obligate Rockabilly Trio Besteck bestehend ausGitarre, Kontrabass und Schlagzeug handelt, der irrt hier gewaltig. Die perkussiven Elemente stammen allesamt vom Kontrabassisten Horst und Akustikgitarristen Patrick, der die Beatbox tritt und so für den stampfenden Sound der Slapbacks sorgt. Der Gesang und der Leadsound von Michael macht das Ganze zu einer Runden Sache, die einfach für unruhige Füße unter den Zuhörern sorgt. Als besonderen Anspieltipp empfehle ich hier “One Broken Heart For Sale”, da sie die Elvis-Interpretation um Längen schlägt. So Folks – Shake Your Money Maker”

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The Liberation Service – EP

3. Oktober 2009

liberation service
Released: 2009
Label: Unsigned
Genre: Punk/Folk/Indie
the liberation service on MySpace

Sehr nett, was mir da neulich in die Dropbox geflattert ist: Die erste EP der Band “The Liberation Service”. Zu diesem Zeitpunkt war mir der Name der Combo gänzlich unbekannt. Die Strippenzieher dahinter hingegen entern die Bühnen im pannonischen Raum bereits seit Jahren mit ihren anderen musikalischen Projekten. So besteht die Band aus Bernd (Maltz), Cis (napoleon dynamite!), Roman (Elmiro Tinnitus), Flozi (CEASEFIRE, faster pussycat kill! kill!) und Verena (Orchester Hartberg). Das Schönste an ihrer EP: Sie ist völlig gratis und kostenlos…aber nicht umsonst. Ohne den eifrigen Einsatz von Freunden und der Band selbst, wäre dieses Projekt wohl kaum umsetzbar. Man merkt, dass die musikalischen Protagonisten nicht gerade unbedarft sind und bereits eine Menge Erfahrung an ihren Instrumenten vorweisen können. Sehr enthusiastisch wie die vier Herren und die Dame hier zu Werke gehen. Der gekonnte Einsatz der Geige und Akustikgitarre verleiht den in Grundzügen doch recht punkigen Songs das nötige Folkfeeling und erleichtert dem Auditorium, sich auch näher mit den Lyrics auseinander zu setzen. Auf jeden Fall ein sehr frisches Werk von einer Gruppe, von der man in Zukunft hoffentlich noch mehr hören wird.
by Motorcash

Anbei noch ein Live-Video:
the liberation service – theater light from Christian Lach on Vimeo.

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Solrize – March Of The Maraboo

2. Oktober 2009

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Released: 2009
Label: Burnside Records
Genre: Stoner Rock
SOLRIZE on MySpace

Dass Stoner Rock nicht zwingend aus Palm Desert (Kalifornien) kommen muss, beweisen Solrize aus Wien beeindruckend mit ihrem Debütalbum “March Of The Maraboo”.
Die neun Tracks pumpen förmlich durch die pulsierenden Speaker und lassen das Adrenalin des Hörers an die Decke gehen. Wie ein Castortransport stampfen die vier Jungs in bester Stoner Manier vorwärts: tiefergestimmte Gitarre, ein schmatzender Bass und die richtige Dosis Fuzz – dies war schon immer ein Erfolgsrezept um Wüstensöhnen einen ordentlichen Ohrenschmaus zu verschaffen und Solrize wissen einfach, wie man dieses Gericht kocht.
Was aber wichtig ist: alle Zutaten sind frisch. Natürlich verleitet der Stil zu einem Vergleich mit den alten Füchsen von KYUSS, doch sind Solrize kein schnöder Abklatsch. Feinste Nuancen von Glenn Danzig und Ozzy Osbourne lassen sich in der sonoren Stimme von Sänger Elvis Nine wiederfinden, der mit seinen Vocals den Wüstenexpress weiter vorantreibt. Kein Wunder, dass das Jahr 2009 ein recht erfolgreiches für die Band war: Opener für Marilyn Manson und eine Nominierung für die AmadeusAwards 2009 bestätigen das Schaffen dieser Musiker.
by Motorcash

Ende September erschien auch das neue Video zu “Ride The Shit”:

filmed and directed by roland rudolph edited by dieter ungrad produced by both

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