
An Demo-CDs mangelt es mir ja nicht gerade, aber es ist nicht immer leicht, sich schlussendlich für eine CD zu entscheiden, die als nächstes rezensiert wird. Mein Kredo war und wird auch immer bleiben: “Was mir nicht gefällt, wird nicht veröffentlicht. Ich habe es nicht nötig, Musiker und ihre Werke zu verreissen”.
Manchmal schaffe ich es aber auch aus Zeitgründen nicht, mich einer CD wirklich zu widmen – dann möchte ich um Verzeihung bitten, für die vielen netten Zusendungen, die verspätet oder gar nicht “besprochen” werden.
Aber genug zur “Blattlinie” von Plattentellerrand und hin zum eigentlichen Objekt des Beitrags: Die Black Shovel EP von Iron Heel aus Wien. Schon im mitgeschickten Informationsfolder wird beschrieben, dass es sich bei den vorliegenden Songs um Musik aus dem Low-Frequency Bereich handelt. Allein dieses Kriterium macht die EP schon interessant: Gibt es Akkorde mit einem Sustain, die minutenlang im Raum stehen bleiben? Wie werden die Vocals sein, denn auf dem Pressefoto ist definitiv jemand mit einem Mikro zu erkennen.
Also drücken wir “Play”. Der “Gravedigger Strike Song” beginnt mit einem mächtigen und repetitiven Basslauf, der nach einigen Takten von Gitarren und Schlagzeug ergänzt wird. Die Stimme des Sängers wechselt von einem krächzenden Kreischen im nächsten Moment zu einer Singstimme, die sich verblüffend gut in das Gesamtgefüge integriert.
Bei “Witches At War” kann man die Einflüsse dieser Band einfach nicht mehr von der Hand weisen. Das Intro-Riff klingt, als ob es Tony Iommi selbst aus seiner SG jagen würde – der Song zeugt einfach von einer guten musikalischen Kinderstube.
“Spartacus Renfield” – auf diesen Namen wurde die dritte Nummer dieser EP getauft. Keine Ahnung, was der Song mit einem Gladiator oder Draculas Handlanger zu tun hat, aber ich kann garantieren: Beiden würde der Chorus der Nummer sofort ins Blut übergehen.
Diese EP (sie ist für kleines Geld bei den Jungs erhältlich) kann man jedem empfehlen, der auch nur einen Hauch für Genres wie Stonerrock, Doom und Sludge übrig hat.
Als abschließendes Detail möchte ich auf das sehr dezente aber dennoch großartige Coverartwork hinweisen. So was hätte man gerne als 12″ zu Hause.
Und vielleicht darf ich als alter Gearfreak demnächst sogar einen Blick auf das Equipment der jungen Herren werfen.
