
Label: Fiendforce Records
Erschienen: Oktober 2010
Genre: Doom/Deathrock/Metal
Ich weiß nicht, worüber ich mich mehr freuen soll: über das „Gitarrenbaubuch“ von Martin Koch oder darüber, dass ich endlich das Debut-Album von Death Of A Demon in Händen halten darf. Die Tatsache, dass das Album (seltsamerweise) im österreichischen Großhandel nicht zu kriegen ist und Sänger Lou fast schon virales Marketing auf Facebook betrieben hat, haben mir wirklich lange Zähne gemacht. Insofern hält der Albumtitel bereits, was er verspricht.
Den Liebhaber physischer Tonträger freut bereits die Tatsache, dass die Scheibe im edlen Digipack kommt. Es bereitet dem Auge „sichtlich“ Freude, sich das gelungene Artwork anzusehen und im Booklet zu blättern, ehe die CD wirklich ihren vorgesehenen Weg geht.
Ich kenne die Stimme von Lou nun schon seit der ersten Veröffentlichung von „The Spook“ und habe die Entstehung von DOAD seit einem Bulletin von Lou auf Myspace mitverfolgt. Aus lauter Vorfreude habe ich ja bereits im Jänner 2010 bei Fiendforce um ein Rezensionsexemplar des Albums gebeten (Ja – der frühe Vogel fängt den Wurm).
Aber nun in Medias Res: Es ist deutlich zu merken, dass sich die Herren allesamt seit längeren Jahren kennen und gemeinsame Banderfahrung haben – Death Of A Demon klingt einfach wie eine Einheit. Nach dem ersten Durchlauf steht für mich fest: diesen Weg hätte ein kleiner Musiker mit dem Namen einer polnischen Stadt bereits vor Jahren gehen sollen, dann würden die Massen „How The Gods Kill“ wohl nicht mehr als das letzte gute Danzig Album bezeichnen.
Die Platte hätte von der Produktion her sicherlich noch fetter sein können, allerdings wäre dies wohl auf Kosten der Vocals gegangen. Gerade in diesem Genre werden mäßige Sangeskünste gerne durch brettharte Gitarrenriffs kaschiert. Doomsday Euphoria bietet dem markaten Organ von Lou Gosi den Spielraum, den es verdient. Mit „Resigned (to the Devil) legen die Jungs aus Deutschland eine Nummer an den Tag, die eigentlich direkt aus dem Mississippi-Delta stammen könnte. Filigrane Bluesgitarren, die sich im Laufe des Songs immer weiter aufbauen, bis genug Saft für ein kerniges Solo gepresst ist. So mag ich das – so muss das sein.
Generell kann man bei den Songs immer die „Roots“ heraushören, was mich als musikalischen Pedanten sehr glücklich macht, da ich Musik gerne in ihre Schichten zerlege und mich z.B. eine Zeit lang primär an den Gitarren satt höre. Doomsday Euphoria erweist sich als sehr originelles aber dennoch diffiziles Werk, welches man öfter hören muss, um sämtliche Nuancen des Albums zu erfassen. Allerdings ist dies ein Garant dafür, dass man in Dekaden noch auf „Doomsday Euphoria“ zurückgreifen wird, wenn es bis dato noch CD-Player gibt.
Dies bringt mich auch zum einzigen Wermutstropfen der ganzen Geschichte: Allein das Artwork würde ein Vinylrelease rechtfertigen (vielleicht in einem translucend brown, wie meine Sunn O))) Doppel LP).












